Arbeitszeit ist ein Teil des Lebens

Im Gespräch: Svenja Spranger, Director Human Resources, mit Dr. Thorsten Troge

Svenja Spranger: Herr Troge, wenn ich jetzt einen schottischen Whisky kaufen möchte …

Thorsten Troge: … dann können Sie heute ziemlich sicher sein, dass ein als “Scotch Whisky” bezeichnetes Produkt tatsächlich aus Schottland kommt und die dortigen Anforderungen an einen Whisky erfüllt.

Gilt das auch für billige Produkte?

Vereinzelt kommt es immer noch vor, dass Whisky verschnitten oder entgegen der traditionellen – und gesetzlich festgelegten – Herstellungsweise produziert und behandelt wird oder dass der Whisky aus einem anderen Land stammt.

Ist das so schlimm?

Wenn Sie für einen Scotch Whisky bezahlen, wollen Sie doch auch einen haben. Also einen, der in einem ganz bestimmten Verfahren und nach klaren Qualitätsmaßstäben hergestellt worden ist – also zum Beispiel mindestens drei Jahre in Eichenfässern gelagert wurde und so seinen charakteristischen Geschmack bekommt. Deswegen sind solche Herkunftsbezeichnungen geschützt. Das gilt übrigens auch für Cognac, Calvados und andere Lebensmittel. Wer Produkte so benennt, die nicht diesen Kriterien entsprechen – insbesondere wenn sie nicht aus den entsprechenden Regionen stammen – verletzt europäisches Recht.

Und dann kommen Sie?

Wir haben Mandanten im Lebensmittelbereich, die uns in solchen Fällen beauftragen, dagegen vorzugehen. Da machen wir schon mal Testkäufe oder beauftragen einen Detektiv, der als Verbraucher oder Händler im Supermarkt oder im Internet einkauft. Die Ware wird im Labor geprüft und dann gibt es gegebenenfalls ein anwaltliches Schreiben und wir fordern für unsere Mandanten eine Unterlassungserklärung ein.

Hat Sie das Thema von Anfang an fasziniert?

Ich bin erst im Referendariat zum gewerblichen Rechtsschutz gekommen. Mich hatten damals aber auch andere Rechtsgebiete interessiert, vor allem das Europarecht und das Internationale Privatrecht. In diesem Gebiet habe ich auch promoviert. Ich war während des Referendariats unter anderem bei der Europäischen Kommission in Brüssel und habe mich mit der europäischen Rechtsvereinheitlichung beschäftigt. In Uruguay habe ich mich mit internationalem Wirtschaftsrecht auseinandergesetzt.

Auf Spanisch?

In Brüssel waren Englisch und Französisch Arbeitssprache, da hat mir mein Auslandsjahr in Genf während des Studiums geholfen. Das südamerikanische Spanisch war am Anfang sicher eine Herausforderung, es hat aber auch Spaß gemacht, noch einmal etwas Neues zu lernen. Heute ist aber Englisch sicher die wichtigste Fremdsprache im beruflichen Alltag.

Und wann entschieden Sie sich für Taylor Wessing?

Nach dem Referendariat wusste ich nur, dass ich Rechtsanwalt in einer Wirtschaftskanzlei werden wollte. Ich suchte nach einer überörtlichen Sozietät, die interessante Mandate und eine internationale Ausrichtung bietet. Gleichzeitig wusste ich, dass viele der hiesigen internationalen englischen und amerikanischen Kanzleien Strukturen haben, die mich nicht so ansprachen. Wenige Partner, viele Associates, ausschließlich sehr große Mandate, zu denen man in den ersten Jahren allenfalls zuliefern darf. Und die Associates treten oft nach außen nicht in Erscheinung, haben praktisch kaum Mandantenkontakt. Die Chancen, Partner zu werden, sind zudem meist gering.

Bei Taylor Wessing empfinden Sie das anders?

Ja. Für mich bietet Taylor Wessing die Vorteile einer Großkanzlei – professionelles Arbeiten auf hohem Niveau mit anspruchsvollen, oft internationalen Mandaten, eine gute Ausbildung und persönliche Förderung und nicht zuletzt tolle Büros und nette Kollegen. Und dabei ein Partner-Associate-Verhältnis von eins zu eins oder eins zu zwei. Ich hatte von Anfang an persönlichen Kontakt mit unseren Mandanten und das Gefühl, dass bei Taylor Wessing eigenständiges anwaltliches Arbeiten gewünscht und gefördert wird. 

Die Arbeitszeiten …

… sind natürlich anspruchsvoll. In unserem Bereich kann es wegen der Eilverfahren auch mal kurzfristig ziemlich hektisch werden. Manchmal haben wir Tage mit mehreren einstweiligen Verfügungen, etwa bei Messesituationen. Da müssen dann innerhalb von wenigen Stunden Schriftsätze erstellt werden, damit zum Beispiel ein Messestand gesperrt oder eine irreführende Werbeaktion kurzfristig gestoppt werden kann. Da kann es auch mal später werden. Es macht aber richtig Spaß, wenn man das schafft.

Und das Privatleben?

In anspruchsvollen Jobs ist es sicherlich immer eine Herausforderung, das Privatleben mit dem Berufsleben in Einklang zu bringen.  Manchmal wünscht man sich etwas mehr Vorhersehbarkeit für Verabredungen unter der Woche. Für mich ist es wichtig, auch die Arbeitszeit als einen Teil des Lebens zu begreifen. Man muss sich in seinem Job einfach wohlfühlen. Dabei hilft es, wenn man nette Kollegen hat und es Spaß macht, zusammen zu arbeiten.