Hier hat man noch Typen

Im Gespräch: Svenja Spranger, Director Human Resources, mit Dr. Philipp von Hülsen

Svenja Spranger: Herr von Hülsen, Taylor Wessing ist nicht Ihre erste berufliche Station. Sie waren viel im Ausland.

Philipp von Hülsen: Ich bin in Belgien aufgewachsen. Während des Studiums war ich nach Stationen in Bonn und Berlin ein Jahr in Oxford. Einen Schwerpunkt hatte ich immer auf Völker- und Europarecht gelegt. Nach dem zweiten Staatsexamen hat es mich daher zunächst ins Ausland gezogen …

… und Sie haben sich eine spannende Position gesucht.

Richtig. Ich war abenteuerlustig und bin im Jahr 2001 als Rechtsberater für die Vereinten Nationen in den Kosovo gegangen, um dort beim Wiederaufbau zu helfen. Da spielten vor allem Fragen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus und die hierfür erforderlichen Änderungen des Wirtschaftsrechts eine Rolle.

Das Völkerrecht hat Sie auch danach nicht wieder losgelassen.

Mich hat das Thema Friedenseinsätze und Völkerrecht weiter sehr fasziniert. Nach meiner Rückkehr aus dem Kosovo habe ich über eine komplexe Rechtsfrage, über die wir dort intensiv diskutiert hatten, im Völkerrecht promoviert.

Nach der Promotion kam dann die Tätigkeit als Rechtsanwalt.

Die ersten Berufsjahre habe ich in Brüssel und Düsseldorf bei einer anderen Kanzlei im Kartellrecht und im Anschluss in einem DAX-Unternehmen in der Rechtsabteilung gearbeitet.

Und warum kamen Sie zu Taylor Wessing?

Ich beantworte Ihre Frage mal von der Taylor-Wessing-Seite aus: Was mir hier vom ersten Moment an gefallen hat, ist das wenig hierarchische Zusammenarbeiten und das Bemühen, stets transparent zu agieren und zu kommunizieren. Außerdem ist Taylor Wessing für mich eine stark unternehmerisch geprägte Kanzlei. Hier bekommt man auch von den wirtschaftlichen Aspekten einer Kanzlei viel mit. Es ist gewünscht und willkommen, dass man sich da engagiert und Vorschläge für neue Geschäftsideen generiert. Aus meiner Sicht ist Taylor Wessing individualistischer und nicht so stromlinienförmig wie andere Kanzleien. Hier hat man noch Typen.

Wirkt sich das auf das tägliche Arbeiten aus?

Sicher. Wir arbeiten in Teams, das ist sehr ausgeprägt. Es gibt einen engen Kontakt zu den Partnern. Da wird viel diskutiert. Gerade bei schwierigen Projekten ist das enorm hilfreich. Und weil die Qualität der Ergebnisse am Markt überzeugt, kommen auch die wirklich spannenden Mandate zu uns.

Zum Beispiel?

Wir hatten gerade ein großes Kartellverfahren mit hoher Medienaufmerksamkeit. Wir haben dabei ein Unternehmen beraten, das Gegenstand einer Untersuchung des Bundeskartellamtes ist. Da muss man sich wirklich tief in die Organisation und den Markt hineinarbeiten. Genau so etwas will man als Kartellrechtler machen. Da geht es ans Eingemachte.

Klingt nicht nach einem Nine-to-five-Job.

Wenn Sie die Work-Life-Balance meinen: Taylor Wessing ist für mich eine Kanzlei, in der man das hinbekommen kann. Klar: Interessante und anspruchsvolle Projekte brauchen ihre Zeit. Unsere Mandanten setzen häufig die Zeitpläne – Verfügbarkeit wird immer wichtiger. Auf der anderen Seite: Es gibt hier keine Kultur von face time. Wenn man für den Tag durch ist, kann man auch gehen. Und keiner schaut auf die Uhr und sagt: Oh, er geht schon um 19 oder 20 Uhr.

Die Arbeitsbelastung …

… ist nicht immer gleich. Die ist von den Projekten geprägt. Das ist ein Wechsel von sehr intensiven Phasen und Zeiten, bei denen man mehr nacharbeiten kann. Oft sind Projektmanagement-Qualitäten gefragt, da hängt man ständig am Telefon. Zu anderen Zeiten gibt es rechtlich eine schwere Nuss zu knacken. Dann ist eher intellektuelle Arbeit im stillen Kämmerlein angesagt. Man liest und schreibt …

Und wie ist es mit sozialem Austausch?

Hierfür gibt es oft Gelegenheit – Taylor Wessing macht ausgezeichnete soziale Veranstaltungen für Mitarbeiter. Das ist hier erfrischend locker und lustig. Ich gehe da gerne hin. Und auch im Tagesgeschäft bleibt immer Zeit für etwas Persönliches. Für mich passen hier Leben und Arbeiten gut zusammen.